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Das hier ist der dritte Teil unserer Blogpostreihe über „Die Kunst der Marketingstrategie“. In den vorherigen Ausgaben haben wir darüber gesprochen, wie wichtig es ist, eine Social-Media-Strategie zu haben und wie man sich messbare Ziele für sein Business setzt. In diesem Abschnitt werden wir im Detail betrachten, wie wir uns ideal auf unser Publikum einschießen können.

Teil 1 – Die Challenge
Teil 2 – Richtig kalkulieren und sich messbare Ziele setzen
Teil 3 – Der Angriffsplan: Sich viral verbreiten
Teil 4 – Positioning: Wie man den richtigen Social Media Kanal wählt

Wir kennen es von Filmen und aus der Literatur: Der Held einer jeden Geschichte muss immer seinen Erzfeind besiegen. Und wie sehr sie sich auch anstrengen die üblen Bösewichte, sie kriegen ihn einfach nicht. Immer wieder kommt der Held noch einmal mit einem blauen Auge davon.

Was hat dieser Ausflug in die Unterhaltung nun mit diesem Beitrag zu tun? In diesem Fall sind SIE der Held und wir stellen uns tapfer an Ihre Seite, unterstützen Sie immer dann, wenn es brenzlig wird und holen Sie aus jedem Schlammassel, egal welcher Couleur.

Was brauchen Sie für eine Social-Media-Marketing-strategie?

Im ersten Moment fühlt sich der Gedanke, eine Social-Media-Strategie zu entwickeln vielleicht ein wenig komisch und überfordernd an. Sie wissen vielleicht nicht, wo Sie anfangen sollen und bräuchten jemanden, der Ihnen dabei hilft. Aber ganz ehrlich, noch niemand hat bisher einen Krieg alleine gewonnen.

Je mehr Sie über Ihre Strategie nachdenken, desto mehr Fragen werden Ihnen diesbezüglich wahrscheinlich kommen. Hier ist also eine Liste, die Ihnen helfen wird, schneller des Pudels Kern zu finden.

Wir stellen die Fragen bereit; die Antworten kommen von Ihnen!

  • Welche sind Ihre Ziele für das Social-Media?
  • Welches ist Ihr Zielpublikum?
  • Wie klingt die Stimme Ihrer Marke?
  • Welchen Ton schlagen Sie bei Social-Media-Kommentaren an?
  • Welche Botschaften versuchen Sie Ihrem Publikum zu vermitteln?
  • Welche Arten von Content werden Sie veröffentlichen?

Sobald Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, sind Sie bereit in den Kampf zu treten. Wie jedoch finden Sie jetzt einen würdigen Gegner?

Definieren Sie Ihre Zuhörerschaft im Social

Um Ihren Erzfeind oder Ihr Zielpublikum zu finden, sollten Sie die Marktforschung und deren Ergebnisse zu raten ziehen, um besser verstehen zu können, wie sich Konsumenten online verhalten. Doch zuallererst sollten Sie auch herausfinden, wo sich Ihre Kunden und Ihre potentiellen Käufer befinden.

Wenn Du Dich selbst kennst aber deinen Feind nicht, dann wirst Du für jeden errungenen Sieg auch eine Niederlage erleiden.

Hier kommen noch weitere Fragen, die Sie sich stellen sollten, um sicherzugehen, dass Sie bereit sind für die Schlacht.

  • Welches ist die Altersgruppe meines Zielpublikums?
  • Wo leben diese Menschen? (dies ist besonders hilfreich, wenn Sie über bezahlte Werbeanzeigen nachdenken)
  • Welches Geschlecht überwiegt in meiner Zielgruppe?
  • Wie lassen sich Content und Werbeanzeigen kreieren, die o.g. Merkmale berücksichtigen?
  • Welche ist die bevorzugte Social-Media-Plattform meines Zielpublikums? Ist dort auch der Ort, wo es sich informiert?
  • Welche Arten von Inhalten gehen am Besten mit dem bevorzugten Content dort und der gewählten Social Media Plattform einher?

Überraschen Sie Ihr Publikum

So gilt es im Krieg, den Starken aus dem Weg zu gehen und dort zuzuschlagen, wo es günstig erscheint.”

Social-Media-Marketing ist mächtig. Die Unternehmen sind daher ständig bemüht, Communities mit einer großen Anzahl an Followern auf den sozialen Netzwerken aufzubauen. Zu Beginn liegt das Augenmerk immer darauf, ein Like oder einen Follower zu bekommen und anders als Pay-per-Click-Werbung ist Social Media kostenlos.

Was lässt sich also tun, um das Interesse Ihrer Zuhörer zu wecken? Wie können Sie aus der Menge hervorstechen?

  • Verwenden Sie ein ansprechendes Bild
  • Versuchen Sie Kontroversen zu entfachen
  • Beziehen Sie Ihr Publikum mit ein, indem Sie nach deren Meinung fragen
  • Stricken Sie Unterhaltungen rund um die Interessen Ihrer Kunden, nicht um das eigentliche Produkt oder die Dienstleistung
  • Bieten Sie Gutscheine und Rabatte an

Falls Sie denken, dass Ihr Publikum sich nicht so leicht für Ihr Produkt begeistern lässt, dann vergleichen Sie es mal mit… Bohnen.

Ja, genauer gesagt, mit den Bohnen in den Dosen von “HEINZ”. Heinz hatte eine Facebookseite mit einem personaliserten Quiz, wo man die Antwort auf die Frage “Welche Bohne bin ich?” herausfinden konnte und welche deren neuestes Produkt bewarb. Durch das Beantworten der persönlichen Fragen konnte der Teilnehmer nicht nur herausfinden, welches seine persönliche Lieblingsbohne ist, sondern er wurde auch für das Sharen belohnt. In den zwei Wochen, in denen die Kampagne lief, wurde sie mehr als 22.000 Mal geliket und generierte mehr als 10.000 Shares.

Sich viral verbreiten

Es ist nicht leicht, vorherzusagen, was sich viral verbreiten lässt. Selbst Marketingprofessoren tun sich dabei schwer. Jonah Berger schrieb das Buch “Contagious: Warum sich Dinge wie ein Virus verbreiten”.

“Es gibt ganze Studien darüber, weshalb Menschen teilen. Es hat nichts mit Glück zu tun und es ist auch kein Zufall. Wenn man die Mechanismen des menschlichen Verhaltens versteht, kann man vorherhersagen, wie sich dieseansteckendenInhalte generieren lassen, seien es Botschaften, Produkte oder Ideen, die die Menschen am liebsten teilen.”

Berger definiert sechs Schlüsselreize, der die Viralität unterliegt. Er kürzt sie mit den Buchstaben “STEPPS” ab.

  • Soziale Währungen = etwas teilen wollen, das einen gut aussehen lässt
  • Trigger = jegliche Arten von Auslöser für ein bestimmtes Verhalten
  • Emotions = Gefühle
  • Public = Öffentlichkeit und Nachahmung dessen, was Andere tun
  • Praktische Werte und Inhalte, wieNachrichten, Informationen, die andere verwenden können
  • Stories = Geschichten, die einen faszinieren

“Die Schwierigkeit beim Versuch, etwas ‘viral gehen’ zu lassen, ist, dass die Menschen Inhalte kreieren, die nichts mit der Marke zu tun haben” fährt Berger fort.

“Du kannst ein echt witziges Video machen und die Leute werden sich darüber amüsieren, aber wenn es rein gar keinen Bezug zu dem Service oder dem Produkt hat, welches Sie anbieten, dann wird das die Verkaufszahlen nicht beeinflussen. Zu viele Firmen und Unternehmen jagen dem perfekten Content hinterher, ohne zu verstehen, wie ihre Marke daraus einen Vorteil ziehen kann.”

Ein schönes Beispiel, wie ein Gesellschaftsspiel aufgrund einer starken Social-Media-Präsenz und Strategie zum Leben erweckt wurde, ist Exploding Kittens, ein Tabletop-Kartenspiel, welches von Matthew Inman und den Spieleentwicklern Elan Lee und Shane Small entwickelt wurde. Diese Kampagne stellte alle bisherigen Kickstarter-Rekorde ein, indem sie zum einen am schnellsten aber auch in ihrem Umfang am besten crowdgefundet wurde. Dank eines hochgradig unterhaltsamen und fesselnden Onlinecontents erreichte das Spieldesign mit den Bildern bereits vor der kompletten Realisierung des eigentlichen Spiels eine große Bekanntheit.

Ein weiteres beeindruckendes Social-Media-Phänomen ist Squatty Potty. In dem YouTube-Video, in welchem die Produktidee vorgestellt wird, spielt ein farbenfrohes Einhorn die Hauptrolle, in dem es “weiche Eiskrem” produziert. Doch sehen Sie lieber selbst, denn es kann darüber gestritten werden, ob die Kampagne total genial oder völlig daneben ist. In jedem Fall wird es aber nichts an der Tatsache ändern, dass dies eine der bemerkenswertesten Kampagnen des vergangenen Jahres war. Das Video hat mittlerweile bereits mehr als 29 Millionen Klicks. Und wenn Sie also denken, dass Ihre Arbeit schwierig ist, dann denken Sie mal an Ihre Kollegen der Zunft, die Hygieneartikel vertreiben sollen. Wir alle wissen, dass jeder auf’s Klo geht. Doch jetzt wissen darüber hinaus auch, dass es nur Marketer verstehen, wie man diesen Fakt auf aberwitzige und komische Weise präsentieren kann.

Welche weiteren Beispiele guter Marketingstrategien fallen Ihnen ein?

Topics: Social Media Marketing